Kinder und Jugendliche mit Behinderung

Der Landesjugendring arbeitet seit langem am Thema Inklusion und hat die Notwendigkeit 2019 im Beschluss der Vollversammlung "Inklusion in der Jugendverbandsarbeit weiterentwickeln" sowie im Beschluss der Vollversammlung  2022 "Inklusive Jugendarbeit braucht Förderung" noch einmal deutlich gemacht.

Die Vollversammlung 2022 beschäftigte sich mit dem Thema Inklusion, Katharina Przybylski (HAW Hamburg) stellte in ihrem Vortrag die Frage: "Was braucht Inklusive Kinder- und Jugendarbeit". Teilnehmende konnten darüber hinaus in Workshops die Themen "inklusive Medienarbeit" (Klaus Rienecker, SJSH), "Jugendarbeit für alle (einfach machen)" (Martina Scheel, Lebenshilfe SH) sowie  "Barrieren in Gruppen beseitigen" (Flemming Stapelfeldt, KJR Schleswig-Flensburg) bearbeiten .

Mehrere Mitgliedsverbände des Landesjugendrings haben einen besonderen Schwerpunkt auf der Jugendarbeit mit jungen Menschen mit Behinderung. Gemeinsam mit anderen Mitgliedsverbänden wurde 2019 die Arbeitshilfe "Einfach machen! Handlungsempfehlungen für eine inklusive Kinder- und Jugendarbeit" erarbeitet. Vor einigen Jahren haben wir bereits die Broschüre "Mit und ohne Handicap - Kinder- und Jugendreisen für ALLE" herausgegeben.

Die AG Inklusion tagt regelmäßig, hier können Interessierte aus Verbänden und Kreisjugendringen mitarbeiten (s. Termine).

Projekt „Glücklicher Inklusiv“ (2022 - 2027)

Mit dem Folgeprojekt "Glücklicher inklusiv" kann der Landesjugendring seine Aktivitäten zu inklusiver Jugendarbeit ausweiten und verstetigen. Relevante Erkenntnisse aus dem vorangegangenen Projekt "Zum Glück inklusiv" flossen in die Antragsstellung ein, sodass auch für dieses Projekt Mittel aus dem Förderprogramm "Kinder und Jugendliche stärken" der Aktion Mensch eingeworben werden konnten. Das Projekt startet zum 01.06.2022 und hat eine Laufzeit von 5 Jahren.

Das Projekt fußt auf drei zentralen Bausteinen:

1. Landesweites Netzwerk Inklusive Jugendarbeit Schleswig-Holstein

Im Rahmen des Projekts soll ein landesweites Netzwerk zu inklusiver Jugendarbeit in Schleswig-Holstein initiiert werden. In verschiedenen Kreisen Schleswig-Holsteins sind vereinzelt regionale Foren vorhanden, in welchem Akteur*innen aus der Jugendarbeit und dem Bereich der Behindertenhilfe miteinander ins Gespräch kommen. Dadurch findet man auf lokaler Ebene immer wieder Beispiele gelingender Inklusion und gleichberechtigter Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in der Jugendarbeit. Ein überregionaler Austausch dieser Aktivitäten findet nicht statt, obwohl von Akteur*innen stets der Wunsch nach Austausch zu Best Practice geäußert wird, so dass es nicht zu einer beispielhaften Signalwirkung kommt. Mit der Initiierung eines Netzwerks zu inklusiver Jugendarbeit soll diese Lücke geschlossen und dem formulierten Bedarf entsprochen werden. Dadurch sollen Barrieren zwischen den Bereichen der Jugendarbeit und dem Bereich der Unterstützung und Hilfestellung für Menschen mit Behinderungen abgebaut sowie Begegnungen und Kontakte gefördert werden.

2. Inklusive Jugendleiter*innen-Ausbildung

Wer sich ehrenamtlich für und mit Jugendlichen engagieren möchte, braucht das entsprechende Handwerkszeug für die pädagogische Arbeit, dazu müssen Jugendliche in entsprechenden Formaten ausgebildet werden. Obwohl Jugendleiter*innenausbildung stets darauf ausgerichtet sind, eine heterogene Zielgruppe zu adressieren, finden sich auch hier nur wenige Jugendliche mit Behinderung. Durch eine grundlegend inklusive Ausrichtung der Ausbildung wird zum einen auf eine besondere Art und Weise für die Lebenssituation von Jugendlichen mit Behinderung sensibilisiert und zum anderen werden diese ermutigt als Expert*innen in eigener Sache zu wahrgenommen zu werden. Innerhalb des Projektes soll ein Konzept für eine inklusive Jugendleiter*innen-Ausbildung konzipiert und erprobt werden.

3. Fortbildungs- und Sensibilisierungsangebote

Der Anspruch, dass die Bedarfe aller berücksichtigt werden, ist bei der Umsetzung von Angeboten der Jugendarbeit ein zentrales Anliegen. Zugangsbarrieren werden häufig erst bei einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema Inklusion erkannt. Durch die Fortbildungs- und Sensibilisierungsangebote des Projektes erhalten Kooperationspartner*innen die Gelegenheit ihre Angebote der Jugendarbeit z.B. im Hinblick auf Barrierefreiheit zu überprüfen. Dabei geht es nicht nur um bauliche Barrieren – alle Barrieren, die eine gleichberechtigte Teilnahme an Angeboten der Jugendarbeit verhindern, sollen bewusstgemacht und entsprechende Lösungsansätze zur Beseitigung entwickelt werden.

Projekt „Zum Glück inklusiv“ (2019 - 2022)

Das Projekt "Zum Glück inklusiv" endete im April 2022. Mit dem Projekt verfolgte der Landesjugendring Schleswig-Holstein e.V. den Anspruch den Prozess der Inklusion innerhalb der Jugendverbandsarbeit weiterzuentwickeln und zu etablieren. Inklusion ist ein Menschenrecht und bedeutet, dass alle Menschen gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben und Veränderungsprozesse aktiv mitgestalten unabhängig von ihren Lebenssituationen wie Behinderung, Herkunft, Geschlecht oder ökonomischen Voraussetzungen. Auch in der Jugendverbandsarbeit ist die Chancengerechtigkeit von allen Kindern und Jugendlichen ein zentrales Anliegen. Dennoch ist der Zugang zu den Angeboten insbesondere für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen noch nicht überall selbstverständlich.

Das Projekt lief insgesamt drei Jahre (Mai 2019 bis April 2022) und verfolgte verschiedene Ziele: Zum einen vernetzten sich Akteur*innen aus unterschiedlichen Handlungsfeldern der Jugendarbeit und der Behindertenhilfe. Zum anderen wurde durch die Erprobung inklusiver Konzepte die aktive Teilhabe von Jugendlichen mit Behinderungen ermöglicht. 

1. Kooperationen zwischen der Jugendverbandsarbeit und der Behindertenhilfe in Schleswig-Holstein fördern

Der Landesjugendring organisierte in Zusammenarbeit mit vier Kreisjugendringen (KJR Dithmarschen, KJR Herzogtum Lauenburg, KJR Pinneberg, KJR Schleswig-Flensburg) Netzwerktreffen jeweils auf lokaler Ebene.

Einblicke in Arbeitsergebnisse / Vorträge im Rahmen der Netzwerktreffen stehen hier zur Verfügung

2. Entwicklung und Erprobung von inklusiven Angeboten für Jugendliche

Gemeinsam mit der BUNDjugend e.V. wurde ein Bildungsangebot für nachhaltige Entwicklung für Jugendliche mit und ohne Behinderungen entwickelt und in den Herbstferien 2021 als "Inklusiven Herbsttag" gemeinsam mit dem Kieler Verein Mauersegler e.V.  durchgeführt. 

Als Ergebnis sind gemeinsam Ideen und Praxisanregungen für inklusive Umweltbildung erarbeitet worden, die hier als Download zur Verfügung stehen.

Die  Arbeiter-Samariter-Jugend e.V. hat mit der Unterstützung des Projekts einen inklusiven Erste-Hilfe Kurs erarbeitet und in zwei Projektwochen erprobt. 

Arbeitsergebnisse werden (Stand Mai 2022) an dieser Stelle veröffentlicht. Einen Einblick gibt es vorab hier.

Das Projekt „Zum Glück inklusiv“ wurde von  der Aktion Mensch  und durch den „Fonds für Barrierefreiheit“ des Landes Schleswig-Holstein gefördert.  

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