Erweitertes Führungszeugnis

Wer muss ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen?

Die Einsicht in ein erweitertes Führungszeugnis ist als Kinder- und Jugendschutzmaßnahme nicht ausreichend und hat für die Prävention nur eine geringe Bedeutung. Vorrangig geht es um Sensibilisierung und Qualifizierung der mit Kindern und Jugendlichen tätigen Personen und um die Stärkung der Kinder und Jugendlichen.

Hauptamt     

Alle hauptamtlichen Mitarbeiter*innen der öffentlichen Jugendhilfe müssen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Das erweiterte Führungszeugnis für Hauptamtliche kostet 13€ (für Ehrenamtliche kostenfrei). Wer die Kosten dafür übernimmt (Arbeitgeber*in oder Arbeitnehmer*in), ist bisher nicht einheitlich geregelt und wird von dem*der Arbeitgeber*in entschieden.

Ehrenamt                                                                                                                                

Ob und wann ehrenamtliche Mitarbeiter*innen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen, wird durch Trägervereinbarungen geregelt. Die Notwendigkeit zur Einsicht in ein erweitertes Führungszeugnis richtet sich nach Art, Intensität und Dauer des Kontaktes zu Kindern und Jugendlichen. Es ist zu ermitteln, ob ein regelmäßiger und unmittelbarer Kontakt zu Kindern und Jugendlichen besteht. Trifft mindestens eines der folgenden Kriterien zu, ist ein erweitertes Führungszeugnis einzusehen:

  • verantwortliche Leitung einer mehrtägigen Veranstaltung in der Jugendarbeit
  • die regelmäßige verantwortliche/alleinige Durchführung von Kinder- oder Jugendgruppenarbeit
  • Tätigkeiten, die die Entstehung eines besonderen Nähe- oder Vertrauensverhältnisses erwarten lassen (z.B. Beratung).

Wer braucht kein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen?                                                                       

Auf die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses kann verzichtet werden, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

  • Der*die Ehrenamtliche ist selbst minderjährig.
  • Die Aktivitäten richten sich ausschließlich an Volljährige.
  • Es handelt sich um offene Gruppenarbeit ohne verbindlichen Charakter oder um spontane, ungeplante Aktivitäten.
  • Die Aktivitäten durch ein kollegiales Team gestaltet werden oder im Rahmen der Selbstorganisation Gleichaltriger stattfinden.

Was ist bei der Einsicht in ein Führungszeugnis zu beachten und wie ist der Umgang mit dem Datenschutz?                   

Das vorgelegte erweiterte Führungszeugnis darf nicht älter als drei Monate sein und muss in Abständen von fünf Jahren erneut vorgelegt werden. Die Vorlage wird unter Berücksichtigung des Datenschutzes dokumentiert, d.h.: Das Führungszeugnis wird nur vorgelegt und darf nicht (vom Verband, Arbeitgeber*in etc.) einbehalten oder vervielfältigt werden. Die zuständige Person darf sich nur Ausstellungsdatum und Datum der Einsicht notieren. 

Beantragung eines erweiterten Führungszeugnisses und Gebührenbefreiung             

Um das erweiterte Führungszeugnis zu beantragen, wird die schriftliche Bescheinigung eines Vereins/Verbandes benötigt, die bei der entsprechenden Meldebehörde vorzulegen ist. Wird das Führungszeugnis zur Vorlage einer ehrenamtlichen Tätigkeit benötigt, so ist es gebührenfrei (§10 JVKostG).