Trägervereinbarungen

Trägervereinbarungen werden mit den Jugendverbänden geschlossen, wenn sie eine Förderung beantragen. Der öffentliche Träger der Jugendhilfe (Jugendamt) tritt dazu an den freien Träger der Jugendhilfe (Jugendverbände etc.) heran. Die freien Träger müssen diesbezüglich nicht aktiv werden. Die Trägervereinbarungen umfassen den §8a (Umsetzung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung) und  §72a (Tätigkeitsauschluss von einschlägig Vorbestraften bei Sexualstraftaten) SGB VIII.

Hier findest du die Mustervereinbarungen vom Land Schleswig-Holstein zu den §8a und §72a SGB VIII.

TRÄGERVEREINBARUNGEN NACH §8A SGB VIII: UMSETZUNG DES SCHUTZAUFTRAGES                                         

Der Jugendverband (freie Träger der Jugendhilfe) verpflichtet sich in der Trägervereinbarung nach §8a SGB VIII, seine ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter*innen über das Thema Kindeswohlgefährdung zu informieren. Diese Verpflichtung gilt auch für die zugehörigen Untergliederungen (Ortsgruppen etc.). Außerdem verpflichtet sich der freie Träger, eine Ansprechperson für vermutete oder offensichtliche Kindeswohlgefährdung zu benennen.

Sensibilisierung, Prävention und Qualifizierung

Die freien Träger der Jugendhilfe nehmen das Themenfeld Kinderschutz in ihren Verbandstrukturen mit auf. Dabei sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Sensibilisierung und Qualifizierung von Jugendleiter*innen: Juleica-Aus- und Fortbildung zum Thema Kinderschutz
  • Prävention: verantwortungsbewusste Auswahl der Personen, die mit Kindern und Jugendlichen  in Kontakt stehen
  • Ansprechperson: Jugendverbände benennen eine Ansprechperson, die von den Mitarbeiter*innen in Not- und Verdachtsfällen kontaktiert werden kann.

Ansprechpersonen                                

Ehrenamtliche Jugendleiter*innen brauchen in Verdachtsmomenten von Kindeswohlgefährdung eine Ansprechperson. An diese können sie sich wenden, erhalten Unterstützung, bekommen Tipps und erfahren in Krisenfällen kurzfristig Hilfe. Diese Ansprechpersonen sind in den Jugendverbänden verankert, wobei sie im Bedarfsfall sicher und schnell reagieren.     

Die Ansprechperson ist der erste Kontakt für Jugendleiter*innen und kann fachliche Hilfe kurzfristig vermitteln. Zudem sorgt sie in Verdachtsfällen für Beratung.  Zu den Themen Prävention und Kindeswohlgefährdung ist sie aus- und fortgebildet.

Um die  Ansprechpersonen in den Verbänden und Kreisjugendringen zu stärken, organisiert der Landesjugendring Fortbildungen und zweimal jährlich Vernetzungstreffen. Die benannten Ansprechpersonen tauschen sich über Möglichkeiten und Erfahrungen aus, lernen andere Kolleg*innen kennen und schaffen eine flächendeckende Vernetzung. Die nächsten Termine kannst du in unserer Geschäftsstelle erfragen oder findest sie hier: Termine.

TRÄGERVEREINBARUNGEN NACH §72A SGB VIII:

Tätigkeitsausschluss von einschlägig Vorbestraften von Sexualstraftaten

Der §72a SGB VIII regelt, dass keine Personen ehren-, neben- oder hauptamtlich in der Jugendarbeit tätig sein dürfen, die rechtskräftig wegen Sexualstraftaten vorbestraft sind. Zudem wird von bestimmten Personen die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses gefordert.