Satzungsänderung: Ermöglichung einer Doppelspitze im Vorstand des Landesjugendrings Schleswig-Holstein e.V.
Beschluss der 99. Vollversammlung am 09.05.2026
Beschluss der 99. Vollversammlung am 09.05.2026
15.05.2026
Ehrenamtliches Engagement stärken – Juleica fördern
Ehrenamtliches Engagement junger Menschen ist eine tragende Säule der Kinder- und Jugendarbeit sowie der demokratischen Zivilgesellschaft. Gerade im Jugendalter wird die Grundlage für lebenslanges Engagement gelegt. Jugendverbände ermöglichen jungen Menschen, Verantwortung zu übernehmen, Selbstwirksamkeit zu erfahren und Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Auf diese Weise leistet ehrenamtliches Engagement junger Menschen einen unverzichtbaren Beitrag für eine lebendige Demokratie. Es ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe, fördert Verantwortungsübernahme und stärkt solidarisches Handeln. Engagement ist somit mehr als Freizeitgestaltung: Es ist Persönlichkeitsbildung, demokratisches Lernen und gelebte Mitbestimmung.
Zentraler Qualifikationsnachweis und Anerkennungsinstrument für ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit ist die Juleica (Jugendleiter*in-Card). Sie steht bundesweit für Qualität, Ausbildung und Verantwortung in der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit.
Trotz all dieser positiven Aspekte ehrenamtlichen Engagements stehen junge Ehrenamtliche zunehmend unter Druck: wachsende bürokratische Hürden, unzureichende Freistellungsregelungen und mangelnde gesellschaftliche und institutionelle Anerkennung sind einige Faktoren, die nachhaltiges Engagement und die Strukturen der Jugendverbandsarbeit gefährden.
Damit sich junge Menschen engagieren können, sind verlässliche und förderliche Rahmenbedingungen entscheidend. Engagement entsteht dort, wo Freiräume vorhanden sind, Unterstützung geleistet wird und junge Menschen echte Gestaltungsmöglichkeiten haben. Gleichzeitig wirken bürokratische Hürden und unklare Verfahren vielfach abschreckend und erschweren den Zugang sowie die Ausübung ehrenamtlicher Tätigkeit. Diese Hemmnisse müssen konsequent abgebaut werden. Dabei muss klar sein: Ehrenamt darf weder instrumentalisiert noch als Ersatz für staatliche Aufgaben missverstanden werden.
Die Vollversammlung des Landesjugendrings Schleswig-Holstein fordert daher:
1. Engagement strukturell stärken
Ehrenamtliches Engagement braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Förderstrukturen für Jugendverbände und die Jugendarbeit müssen langfristig gesichert und ausgebaut werden. Selbstorganisierte und wertegebundene Jugendverbandsstrukturen sind gezielt zu stärken. Gleichzeitig ist Engagement als eigenständiger Bildungs- und Erfahrungsraum anzuerkennen und entsprechend zu fördern.
2. Freistellung verbessern und vereinfachen
Freistellungsregelungen müssen unbürokratisch, flexibel und an der Praxis ehrenamtlicher Arbeit orientiert sein. Dazu gehören der Ausbau digitaler und niedrigschwelliger Verfahren, kurzfristige Antragstellungen sowie verbindliche Bearbeitungsfristen.
3. Zeitliche Räume schaffen
Ehrenamtliches Engagement braucht Zeit. Deshalb muss Engagement in Schule, Ausbildung und Studium stärker berücksichtigt und ermöglicht werden. Es braucht verbindliche Freiräume für ehrenamtliche Tätigkeit sowie einen Abbau der zunehmenden zeitlichen Verdichtung im Bildungssystem.
4. Juleica stärken und ausbauen
Die Juleica ist als zentraler Qualifikationsnachweis in der Jugendarbeit weiter zu stärken. Dafür braucht es eine landes- und bundesweite Aufwertung der Juleica, den Ausbau von Vergünstigungen und Anerkennungsformen, die Integration des Deutschlandtickets in die Juleica sowie eine bessere Verzahnung mit Bildungs-, Ausbildungs- und Arbeitskontexten. Gleichzeitig müssen ausreichend finanzielle Mittel für Aus- und Fortbildungsangebote bereitgestellt werden.
5. Bürokratie abbauen und Verfahren vereinfachen
Bürokratische Hürden sind konsequent abzubauen. Formale Anforderungen für Ehrenamtliche müssen reduziert und Verfahren verständlich sowie barrierearm gestaltet werden. Verantwortung darf nicht einseitig auf Ehrenamtliche abgewälzt werden, sondern muss durch unterstützende Strukturen aufgefangen werden.
6. Anerkennungskultur stärken
Ehrenamtliches Engagement braucht mehr gesellschaftliche und politische Anerkennung. Es darf keine Nachteile im Berufs- oder Bildungsleben mit sich bringen. Stattdessen müssen Engagementleistungen sichtbarer gemacht und aktiv gewürdigt werden, beispielsweise in der Anerkennung in der Schule oder im Studium in Form von ECTS-Punkten.
Beschluss der 99. Vollversammlung am 09.05.2026
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